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ADS - Hyperaktivität

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Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und Hyperaktivität. Was ist das ?

Die Entwicklung des Gewissens bei Kindern mit ADHS

Wie kann man Kindern mit ADS/H richtig unterstützen?

Unterschiedliche Sichtweisen auf ADS/ Hyperaktivität in der Erziehungsberatung

Was denken Ärzte, Lehrer und Eltern über ADHS ?

Leben mit hyperaktiven Kindern aus: Zeitschrift der LAG Erziehungsberatung

Warum eine Website für Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität? - Unsere Ziele –

Die Not der kleinen Nervensägen
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Es gibt Grund zur Sorgfalt, aber keinen Grund zur Sorge
GEORG-AUGUST-UNIVERSITÄT GÖTTINGEN

Gemeinsames Positionspapier der Landesärztekammer BW und des BV-AH zu ADHS

AD/HD und Persönlichkeit

Was ist eine multimodale Therapie?

Welche Hilfen benötigen Kinder mit ADS und deren Eltern?

"Eltern, Erzieher und Therapeuten, gleich aus welchen Ländern sie kommen, haben vergleichbare Erfahrungen gemacht und können sich sehr gut über die charakteristischen Merkmale verständigen ... und suchen nach geeigneten Therapien. Eine Therapie ist um so wirkungsvoller, je besser sie sich an den Ursachen der Störung orientiert. Man geht heute davon aus, dass die Hyperaktivität durch somatische Faktoren wie genetische Anlagen und Vorgänge im Stoffwechsel bedingt ist. Therapien, die davon ausgehen, dass die Störung nur von äußeren Faktoren wie Umgebung und Erziehung verursacht wird, sind kaum erfolgreich. Bei dieser Einschätzung wären Eltern oder andere Erzieher die Hauptverursacher der Probleme des Kindes. Dass dies nicht zutrifft, darüber sind sich inzwischen Kinderpsychiater, Kinderärzte und weitgehend auch Kinderpsychologen einig" (Große, G.6 , S. 14)

Laut Barkley beruht eine zielführende Behandlung des ADS auf fünf Säulen:

Die erste Säule ist die Aufklärung der Eltern über ADS. Es ist sehr wichtig, dass Eltern die Situationen, in denen Kinder mit ADS Schwierigkeiten haben können gut kennen, denn nur so kann das Kind gut unterstützt werden. Das Kind wird nun nicht mehr für Dinge, die es nicht beeinflussen kann, zur Rechenschaft gezogen. Kennen Eltern die biologischen Ursachen von ADS, können sie nun gezielt Verständnis und Unterstützung im Umfeld des Kindes einfordern. Genauso wichtig ist es aber, auch die positiven Eigenschaften der Kinder mit ADS zu kennen. Bestimmte positive Seiten haben nur unsere Kinder mit ADS. Sie sind die andere Seite der Münze.

Die zweite Säule ist das Eltertraining. Hier können Eltern lernen, den Alltag zu strukturieren, dem Kind geeignet zu helfen, zielführende Strategien anzuwenden und das Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken. Wird dem Kind eine geeignete Unterstützung angeboten, können viele für das Kind schwierige Situationen vermieden werden. Das Kind hat in der Folge nicht mehr so viele Misserfolgserlebnisse, was sich positiv auf die Entwicklung seines Selbstwertgefühls auswirkt.

Die dritte Säule ist die Aufklärung des Kindes selbst. Dies ist unerlässlich, wenn sich das Kind wohler fühlen soll. Erst nach der Aufklärung kann das Kind seine Fähigkeiten und Schwierigkeiten richtig einschätzen und fühlt sich dem ADS nicht mehr ausgeliefert. Wichtig ist aber, dass die Aufklärung des Kindes in geeigneter Weise stattfindet. Das bedeutet, dass immer erst mit den positiven Dingen begonnen werden muss, die das Kind aufgrund seines ADS gut kann. Danach muss man ihm helfen schwierige Situationen einzuordnen. Es ist auch wichtig dem Kind zu erklären, dass das ADS durch eine Stoffwechselstörung hervorgerufen wird, damit sich das Kind nicht weiterhin für faul oder blöd hält. Ein geeigneter Vergleich für ein Kind jüngeren Alters ist der mit der Brille (www.psychologie-online.ch/add/add/akos.htm).

Die vierte Säule ist ein Verhaltenstraining für das Kind. Hier lernen die Kinder gemeinsam mit anderen ADS-Kindern Strategien für eine Verbesserung der Aufmerksamkeit und für eine bessere Steuerung der Impulskontrolle kennen und anwenden. Das Verhaltenstraining für das Kind ist ebenso wichtig, wie das Elterntraining. Leider gibt es hierbei die Einschränkung, dass es noch nicht genug Trainingsplätze bei Verhaltenstherapeuten gibt, die eine spezielle Ausbildung für ADS-Kinder haben. So müssen sich Eltern und Kinder auf langen Wartelisten einreihen, wertvolle Zeit geht verloren. Hier wäre es aus Elternsicht wünschenswert, wenn sich Personen, die in Erziehungsberatungsstellen arbeiten, fortbilden und zielführende Trainings für Eltern und Kinder vor Ort anbieten.

Die fünfte Säule ist die medikamentöse Behandlung, die allerdings nur ein Arzt anraten und verschreiben kann. Die medikamentöse Behandlung verfolgt mehrere Ziele. Die wichtigsten sind, das Kind oder den Jugendlichen aus einer bestehenden Krise herauszuholen oder sie erst gar nicht in eine solche abrutschen zu lassen. Viele Kinder werden durch Einnahme von Medikamenten erst therapiefähig, das heißt, dass sie erst durch eine medikamentöse Behandlung in die Lage versetzt werden, die im Training vermittelten Stategien aufzunehmen. Denn was nützt das beste Therapiekonzept und der berühmteste Therapeut, wenn das Kind nicht die Konzentration aufbringen kann, der Therapie zu folgen (genauso wenig, wie es in der Schule aufmerksam sein kann). Deshalb setzt Barkley die medikamentöse Behandlung an erste Stelle.

Fast alle Eltern haben große Probleme mit dem Gedanken, ihrem Kind über eine längere Zeit Medikamente geben zu müssen. Je jünger die Kinder sind, desto größer sind die Vorbehalte. Viele Eltern gehen weite Schleifen. Oft wird erst dann zum Medikament gegriffen, wenn das Kind kurz vor dem Absturz steht. Und wie viele Eltern habe ich schon kennengelernt, die nun sagen: "Wenn ich jetzt sehe, wie glücklich mein Kind ist, warum habe ich nicht schon früher damit angefangen? Warum musste sich mein Kind so lange quälen?" Die seelischen Verletzungen, die die Kinder in der Zwischenzeit erlitten haben, können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das müssen Eltern wissen, wenn sie sich gegen den ärztlichen Rat entscheiden.

Die Zweifel der Eltern werden häufig noch aus dem beratenden Umfeld verstärkt. Ritalin wird als suchterzeugende Wunderdroge bezeichnet, mit der Kinder ruhig gestellt werden sollen, damit Eltern sich aus ihrer Erziehungsverantwortung stehlen können.

Ritalin ist aber weder ein Wundermittel noch eine Droge, sondern ein hochwirksames Medikament, das den meisten der ADS-Kinder helfen kann, ihre Aufmerksamkeit zu steigern und damit gleichzeitig weitere Probleme in den Griff zu bekommen. Schon Charles Bradley war im Jahre 1937 überaus verblüfft, als er die Wirkung des Medikaments eher zufällig entdeckte und schrieb in seinem Bericht: ”Die auffälligste Verhaltensänderung ... ist das dramatisch veränderte Lernverhalten...” (Eichlseder, W.4, S. 121).

Verbreitete Vorurteile, es handele sich um ein Beruhigungsmittel, das die Kinder ruhig stelle, sind völlig falsch. Es handelt sich im Gegenteil um ein Medikament, das der Gruppe der Stimulanzien zuzurechnen ist. Paradoxerweise hat dieses Mittel bei ADS'lern die Eigenschaft, deren Konzentrationsvermögen zu steigern und dadurch die motorische Unruhe zu dämpfen. Zur Verdeutlichung möchte ich an dieser Stelle noch einmal Eichlseder zitieren: ”Wenn nun festgestellt wird, daß HKS-Kinder ruhiger, besonnener, umsichtiger, entspannter, genauer, aufmerksamer und zufriedener werden, so ist das keine ‘Dämpfung’ ... sondern eine ganz spezifische Verhaltensänderung, die gar nichts mit Herabminderung von Aktivität oder Denkfähigkeit, mit Absenkung irgendwelcher seelischer oder geistiger Vorgänge zu tun hat. Es tritt keine Beruhigung im oberflächlichen Sinn ein, sondern eine ‘Ermächtigung’ des Kindes, Kontrolle über sich auszuüben. Es kann plötzlich das tun, was es immer schon wollte, aber nie zustande gebracht hatte” (S. 1194).

"Zum Beispiel erleichtert der Saft mir auch das Aufpassen in der Schule. Ich kippele jetzt nicht mehr so viel mit meinem Stuhl und klappere nicht mehr ständig mit meinen Stiften und anderen Sachen. Das wollte ich ja vorher auch nicht, aber da schaffte ich es einfach nicht aufzuhören. Jetzt plötzlich geht das. Mittags klappt das Konzentrieren und Dabeibleiben bei den Hausaufgaben jetzt besser, was mir vorher trotz großer Anstrengung nicht gelungen ist. ... Die Lehrer finden es toll, dass man im Unterricht nicht mehr dauernd aufsteht, herumhampelt oder reinruft. Eine prima Nebenwirkung des Medikaments ist, dass man nicht mehr so viel Ärger hat." (Felix3)

Auch das häufig angeführte Argument der suchterzeugenden Einstiegsdroge ist durch mehrere amerikanische Langzeitstudien (u.a. Barkley, Biederman) lange widerlegt. Im Gegenteil, eine medikamentöse Behandlung schützt Kinder und Jugendliche mit ADS vor Drogenmissbrauch. So berichten viele Erwachsene mit ADS, dass sie mit Medikament weniger rauchen oder Alkohol trinken. Die Begründung liegt in einer Verbesserung der Impulskontrolle. Werden Kinder frühzeitig diagnostiziert und ausreichend therapeutisch und medizinisch behandelt, werden sie zweifellos weniger Misserfolgserlebnisse haben, als unbehandelte Kinder und Jugendliche mit ADS. Ihr Selbstwertgefühl wird sich im Gegensatz zu dem der unbehandelten Kinder positiv entwickeln, sie werden zu kreativen, selbstbewussten jungen Menschen heranreifen, was die beste Drogenprävention darstellt.

Das Vorurteil der Suchtentwicklung ist aber so verbreitet, dass sich 1995 das Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte zur Ausschreibung einer Studie entschloss, die dies untersuchen soll. Beteiligt sind die Universitätskliniken Berlin (Charité), Frankfurt und Köln. Erste Ergebnisse nach 5 Jahren Forschung besagen, dass eine medikamentöse Behandlung mit Ritalin keinesfalls eine Suchtentwicklung fördert, sondern, dass solchermaßen behandelte Kinder und Jugendliche vor der Entwicklung einer Sucht eher geschützt werden. Die Veröffentlichung der Ergebnisse steht unmittelbar bevor.

"... Macht das Medikament süchtig ? Wenn das Medikament wirklich abhängig machen würde, müssten dann die Eltern ihre Kinder jeden Morgen an das Medikament erinnern? Ich nehme das Medikament jetzt schon zwei Jahre. Aber jeden Morgen piept bei uns ein Wecker, damit ich an meinen Saft denke. Haben wir mal vergessen den Wecker zu stellen, dann habe ich meinen Saft vergessen. Würde der Saft süchtig machen, dann hätte ich dieses Problem wenigstens nicht mehr. Und mittags in der Schule piept meine Armbanduhr, damit ich an das Medikament denke. Dabei weiß ich doch, wie gut es mir hilft, aber ich kann einfach nicht selbst daran denken. Ich kenne auch noch mehr ADS'ler. Die haben alle das gleiche Problem wie ich, nämlich, dass sie dauernd vergessen ihr Medikament einzunehmen. Außerdem habe ich ganz am Anfang geschrieben, dass ich jetzt schon öfter versuche in den Ferien auf meinen Saft zu verzichten. Würde ich das wirklich tun, wenn ich süchtig wäre?" (Felix3)

Die am weitesten verbreiteten Vorurteile gegenüber einer ADS-Diagnostik sowie einer medizinischen Behandlung entstehen im Umfeld der Scientologie-Church (CCHR). Im Internet ist dies nachzulesen unter http://children.cchr.org/ger/page00.htm.

Wünsche von Kindern mit ADS und ihren Eltern

Wir wünschen uns, dass Hilfestellungen und Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit ADS an die Stelle von Vorwürfen und Schuldzuweisungen treten. Durch Ihre Unterstützung können die Kinder und ihre Familien frühzeitig Informationen und Hilfe erhalten. Der Teufelskreis aus Ausgrenzung und Misserfolg kann den Kindern so erspart bleiben.

Wird den Kindern und Jugendlichen ermöglicht, in einer aufgeklärten und verständnisvollen Umgebung aufzuwachsen, werden sie sich zu kreativen, hilfsbereiten und sozialen Menschen mit großem Gerechtigkeitssinn entwickeln. Dies sind die positiven Eigenschaften von ADS'lern.

Wir wünschen uns, dass sich alle Fachleute zusammenschließen, damit Menschen mit ADS (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) die erforderliche Akzeptanz und Unterstützung erhalten. Nur so kann das Weiterleben falscher Erklärungsansätze verhindert werden, die die Kinder beeinträchtigen ihre Fähigkeiten zu entfalten und eine positive Entwicklung verhindern. Kämpfen wir für diese Kinder und Jugendlichen mit ADS, die durch ihre andere Art die Welt zu sehen, unsere Gesellschaft sehr bereichern.

Weitere Informationen zu ADS/Hyperaktivität...

...findet man im Internet.

Eine von Ärzten gestaltete Seite mit erstklassigen Informationen ist unter www.adhs.ch zu finden.

Die Leitlinien zur Diagnose und Behandlung von ADS, die von den Universitäten Frankfurt und Köln zusammengestellt und veröffentlicht wurden stehen unter www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/kjpp-019.htm .

Der Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität in Forchheim, in dem viele Fachleute und Betroffene zusammenarbeiten und der eine Reihe von Fachbüchern veröffentlicht hat, hat folgende Adresse www.bv-ah.

Die Elterngruppe Frankfurt finden Sie unter www.ads-hyperaktivitaet.de .

Literaturtipps:

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