Wege aus dem Chaos: Wie kann den Kindern geholfen werden ? ADHS - ohne Hilfe ein Teufelskreis Hypies sehen sich oft dem Vorwurf
ausgesetzt ”Du könntest, wenn du nur wolltest !”, womit ihnen gleichzeitig schlechter Wille, bzw. mangelnde Motivation unterstellt wird - völlig zu Unrecht ! Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Lehrer
oder Eltern im Wissen um die offensichtliche Intelligenz des Kindes von diesem Leistungen erwarten, die es aufgrund seiner Konzentrationsmängel zumindest nicht dauerhaft erbringen kann. Das gleiche gilt bei
Verhaltensproblemen. Die Kinder wollen schon, sie können aber tatsächlich nicht. Dies führt in einen Teufelskreis: Þ Das Kind verhält sich (ohne es anders zu können) nicht so, wie es soll. Þ Es erfährt daraufhin: Kritik, Ermahnung, Appelle, Rügen. Þ
Es reagiert mit sofortiger impulsiver Abwehr: wütend, explosiv, beleidigt oder resignativ. Þ Seine Motivation sinkt, seine emotionale Erregung steigt. Þ
Die Konsequenz ist (bezogen auf die zu erledigende Aufgabe) ein Mißerfolg. Þ Auf den Mißerfolg folgt: Strafe, Ausgrenzung, düstere Prognose, negatives Etikettieren, herbe verletzende Kritik. Þ Daraus entwickelt das Kind Vermeidungsstrategien, um derartige
negative Zuwendung künftig zu vermeiden. Dazu gehören: Abstreiten, Lügen, Stehlen, Aggressivität. Þ
Die Folge dieser Vermeidungsstrategien sind natürlich weitere Mißerfolge, woraufhin der Teufelskreis wieder von vorne
beginnt.In der Konsequenz führt dieses Verhaltensmuster für das Kind zu einer ständigen Abwärtsspirale und für die Eltern-Kind-Beziehung zu einer dauernden
Verschlechterung. Wenn Erfolgserlebnisse in den dafür in Frage kommenden Bereichen nicht zu erhalten sind, entsteht Ausweichverhalten, z.B. Hampeleien im Klassenzimmer, Aggressivität oder
andere unerwünschte Sekundärprobleme. Auch die Eltern wissen sich keinen Rat mehr, denn Sie haben schon vieles versucht und müssen immer wieder erfahren, daß das Kind sich nicht so verhält wie
es soll. Erschwerend kommt hinzu, daß sie häufigen Angriffen von außen ausgesetzt sind: Lehrer, Nachbarn, Eltern anderer Kinder usw. beklagen sich über das Verhalten des Kindes und führen dieses mehr oder
weniger offen auf Erziehungsfehler der Eltern zurück, wodurch zusätzlicher Druck entsteht.
Wege aus dem Chaos: Wie kann den Kindern geholfen werden ? Das Stellen der richtigen Diagnose und die Information über das
Krankheitsbild schafft in der Regel für sich schon eine erste Entlastung der Eltern, denn nun ist klar: Hier geht es erstens nicht um Erziehungsfehler und zweitens kann etwas getan werden, um die Situation
zu verbessern. Auch die Kinder profitieren davon spontan, denn die Spannung kann nun auch aus dem Eltern-Kind-Verhältnis weichen. Doch das ist nur das Startsignal. Maßnahmen müssen folgen.
Ritalin: Eine Wunderdroge ? Nein, weder Wunder noch Droge, aber ein hochwirksames Medikament, das den meisten der ADHS-Kinder in wundervoller Weise helfen kann, ihre Aufmerksamkeit zu
steigern und damit gleichzeitig weitere Probleme in den Griff zu bekommen. Schon Charles Bradley war im Jahre 1937 überaus verblüfft, als die Wirkung des Medikaments eher zufällig entdeckt wurde und schrieb
in seinem Bericht: ”Die auffälligste Verhaltensänderung ... ist das dramatisch veränderte Lernverhalten...” (zitiert aus EICHELSEDER, W.: Unkonzentriert ?, Beltz-Verlag 1996, S. 121).
Verbreitete Vorurteile, es handele sich um ein Beruhigungsmittel, das die Kinder ruhig stelle, sind völlig falsch. Es handelt sich im Gegenteil um ein Medikament, das der Gruppe der Stimulanzien zuzurechnen
ist, also ein Aufputschmittel. Paradoxerweise hat dieses Mittel bei ADHS-lern die Eigenschaft, deren Konzentrationsvermögen zu steigern und die motorische Unruhe zu dämpfen. Zur Verdeutlichung möchte ich an
dieser Stelle noch einmal Eichelseder zitieren: ”Wenn nun festgestellt wird, daß HKS-Kinder ruhiger, besonnener, umsichtiger, entspannter, genauer aufmerksamer und zufriedener werden, so ist das keine
‘Dämpfung’ ... sondern eine ganz spezifische Verhaltensänderung, die gar nichts mit Herabminderung von Aktivität oder Denkfähigkeit, mit Absenkung irgendwelcher seelischer oder geistiger Vorgänge zu tun hat.
Es tritt keine Beruhigung im oberflächlichen Sinn ein, sondern eine ‘Ermächtigung’ des Kindes, Kontrolle über sich auszuüben. Es kann plötzlich das tun, was es immer schon wollte, aber nie zustande gebracht
hatte” (S. 119). ADHS - eine Art Stoffwechselstörung / Über die Wirkungsweise des Medikaments Beim ADHS handelt es sich biologisch gesehen um eine Art
Stoffwechselstörung, bei der die Reizübertragung im Frontalhirnbereich beeinträchtigt ist. Für die Reizweiterleitung zwischen zwei Nervenenden werden sogenannte Neurotransmitterstoffe (z.B. Dopamin und
Noradrenalin) benötigt, die als körpereigene Stoffe generiert werden. Bei ADHS-lern ist die Versorgung mit Neurotransmittern nicht im Gleichgewicht. Dadurch kommt es zu Konzentrationsmängeln und die
Selbststeuerung wird beeinträchtigt. Das Medikament setzt an dieser Stelle an, d.h. der Neurotransmitterhaushalt wird reguliert, Konzentrationsvermögen und die Fähigkeit zur Selbststeuerung
werden verbessert. Wenngleich die biologischen Vorgänge recht komplex und bis heute nicht in allen Einzelheiten erforscht sind, dient zur Veranschaulichung vielleicht das Beispiel eines an
Diabetes erkrankten Menschen, bei dem man die fehlende Insulin-Ausschüttung des Körpers durch medikamentöse Ergänzung ersetzt. Warum ist mein Kind ein ‘Hypie’ ? - Zur Entstehung von ADHS Zur Entstehung
von ADHS gibt es bis heute keine eindeutigen Erklärungen. Allein die Komponente Vererbung ist z.B. durch Zwillingsstudien zweifelsfrei belegt. Weitere Ursachen könnten Probleme bei der Geburt oder zurückliegende Erkrankungen sein.
Früher häufig verbreitete Ansätze, ADHS über Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Phosphate) zu erklären, sind heute mehr oder weniger bedeutungslos, wenngleich in der Praxis
noch immer häufig verfolgt. Der Anteil von Kindern, bei denen solche Ursachen bestimmend sein können, ist vernachlässigbar klein. Hinzu kommt, daß ADHS-ler meist ausgesprochene ‘Genußmenschen’ sind und das
Einfordern von Diäten ihren ohnehin schwierigen Alltag zusätzlich komplizieren und die Eltern-Kind-Beziehung belasten würde. Zu Risiken und Nebenwirkungen ... Hier konnte uns
Frau Neuhaus beruhigen. Ritalin ist ein Medikament, das durch umfangreiche Untersuchungen und auch Langzeitstudien bestens erforscht ist. Es treten keinerlei Abhängigkeiten oder Gewöhnungseffekte auf. Auch
kommt es nicht zu Spätfolgen, wie von unseriöser Seite wider besseres Wissen gelegentlich behauptet wird. Gerechnet werden muß dagegen mit Appetitlosigkeit und gelegentlich mit Schlafstörungen. Bei gut
angepaßter Dosierung verschwinden aber auch diese Begleiterscheinungen i.d.R. relativ bald. Umfangreicher sind die Risiken, wenn das Medikament bei vorliegender Diagnose nicht
verabreicht wird. Langzeitstudien beweisen, daß Lebensläufe von Patienten, die nicht mit Stimulanzien behandelt wurden, sehr viel ungünstiger verlaufen, als von solchen, die medikamentös behandelt wurden. Besonders die Suchtaffinität ist ohne Medikament deutlich erhöht, negative Verläufe sind nicht unwahrscheinlich. Bedenkt man die positiven Wirkungen des Medikaments, ist es also eigentlich nicht zu verantworten, es dem Kind vorzuenthalten, ebensowenig wie man einem an Diabetes erkrankten Menschen sein Insulin vorenthalten würde.
Therapie für das Kind
Leider gibt es in Deutschland nur wenige TherapeutInnen, die sich mit der ADHS-Problematik auskennen und eine adäquate Therapie anbieten können. Nondirektive Spieltherapien und analytische
Verfahren greifen zu kurz und bringen nicht den gewünschten Erfolg, ebensowenig wie die klassische systemische Familientherapie. Zielführend sind dagegen verhaltenstherapeutische
Konzepte, die hinsteuern auf die Þ Verlängerung der Daueraufmerksamkeitsspanne;
Þ Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit; Þ Systematisierung des Wahrnehmungsstils.Therapieziel ist es für das Kind, kompetent zu werden im Umgang mit seinem Wahrnehmungsstil.
Ergänzend können u. U. auch eine gezielte Wahrnehmungsförderung, das Einüben der Grobmotorik, psychomotorische oder ergotherapeutische Übungen sinnvoll sein. Vielfach propagierte Verfahren wie
die Edu-Kinesiologie oder die Bach- Blüten-Therapie haben sich allerdings nicht als geeignet erwiesen.
Von Balou dem Bär und Inspektor Columbo - Wie können Eltern ihrem Kind helfen ? Die Krankheit ist nicht im engeren Sinne
heilbar, aber Kinder und Eltern können lernen, damit umzugehen. Es kommt dabei auch auf das Verhalten der Eltern an, die ihrem Kind ein guter Trainer sein können. Manche Therapeuten, bieten dazu ein
spezielles Elterntraining an. Frau Neuhaus gab einige Tips für Verhaltensweisen, die förderlich sind.In der Ruhe liegt die Kraft: Das Balou-Gefühl sollten sich Eltern immer dann zu eigen
machen, wenn das Erregungsniveau steigt, wenn sie kurz davor sind, ‘auf die Palme zu gehen’. Dann ist vor allem Ruhe die erste Elternpflicht, wie Balou der Bär sollen sie dann versuchen Bodenhaftung zu
bewahren, ganz tief in den Bauch atmen und mit dem Rücken an die Palme gelehnt, brav auf dem Boden sitzen bleiben und sich entspannen. Praktisch bedeutet das, Emotionen ‘runterzufahren, mit abgestelltem
Affekt zu agieren, um weitere Eskalation zu verhindern. In eine ähnliche Richtung geht die vor dem Fernseh-Inspekor Columbo
bekannte emotionslose, ‘coole’ Fragetechnik, die nahezu ohne Modulation der Stimme und Veränderung der Mimik auskommt. Eine gute Portion Ruhe und Gelassenheit ist auch deshalb erforderlich,
weil Hypies sich nicht verhalten, sondern ”ereignen”. Sie handeln spontan und ohne nachzudenken, sind immer für eine Überraschung gut. ”Diskutieren Sie nicht mit ihrem Kind, es hat immer das letzte
Wort”, riet uns Frau Neuhaus. Mault oder motzt das Kind, soll man darauf nicht eingehen, sondern allenfalls ”mitbrummeln”. Bei Verweigerung nicht moralisieren, sondern ruhig und fest die Anweisung
wiederholen. Agiert das Kind auf hohem Erregungsniveau, ist es für uns nicht erreichbar. Dann ist es besser, eine Pause zu machen und das Kind zum Beispiel auf sein Zimmer zu schicken.
Überlassen Sie das Predigen dem Pfarrer: Predigten und Appelle nützen generell gar nichts. Wenn wir dem Kind oder Jugendlichen etwas wichtiges mitteilen wollen, z.B. über die Gefahren des ungeschützten
Sexualverkehrs, wird es das eher aufnehmen, wenn es zufällig als Außenstehender die Unterhaltung von Erwachsenen zu diesem Thema mit anhört. Es ist natürlich nicht verboten, dieses Stilmittel auch
bewußt anzuwenden, allerdings sollte man sich davor hüten, anschließend das Kind zu fragen, ob es auch alles mitbekommen hat, wenn man den Erfolg der Maßnahme nicht gefährden will.
Ganz wichtig ist, den Kindern warme Empathie
entgegenzubringen, ihnen zu vermitteln, daß es mit all seinen Schwächen trotzdem geliebt wird und sich auf seine Eltern verlassen kann. Wir müssen die spezifischen Eigenheiten der Kinder akzeptieren
lernen. Dazu gehören z.B. Schmusen nur, wenn sie wollen; ausgeprägter Gerechtigkeitssinn; das schlechte Schriftbild; der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn; die deutliche seelische
Entwicklungsverzögerung; nicht-auskommen-können mit Gleichaltrigen; Stimmungslabilität; Kritikempfindlichkeit und eine reduzierte Schlafdauer. Eltern sollten nicht kleinlich sein, nicht
an Kleinigkeiten herummäkeln, klar und echt sein. Petzen nicht zulassen, es fördert Streit und ein schlechtes Familienklima. Wer nicht dabei war, kann schlecht urteilen. Hypies fühlen sich dann
schnell ungerecht behandelt und sinnen auf Rache, was die nächsten Konflikte garantiert. Die Kinder mit Liebe zu akzeptieren steht nicht im Widerspruch zu Konsequenz und Konsistenz
, die ganz wichtig sind, um ihnen Orientierung zu geben. Unser Verhalten als Eltern muß für die Kinder einschätzbar sein. Hypies sind von Natur aus hochbegabt im Ausbüchsen und Herummogeln. Kontrolle
ist bekanntlich besser, denn ausgeführt wird im Zweifel nur das, was auch kontrolliert wird. Es sollten deshalb nur solche Anforderungen mit Konsequenzen belegt werden, die auch kontrollierbar sind und nur solche Konsequenzen angekündigt werden, die danach auch eingefordert werden.
ADHS-Kinder haben Schwierigkeiten sich zu organisieren und orientieren und brauchen deshalb viel Struktur, insbesondere strukturierte Abläufe, z.B. gleichbleibende Zeiten für Mahlzeiten,
wecken, schlafen gehen, Hausaufgaben usw.. Der Ranzen sollte abends schon gepackt sein und die Wäsche für den nächsten Tag bereit liegen, um den Start in den Tag zu erleichtern. Wochenpläne mit eingetragenen
Aktivitäten und Verpflichtungen geben Orientierung. Punktwertungen für erledigte Aufgaben und damit verbundene Belohnungen können die Kinder motivieren. Eltern können ihrem Kind zeigen, wie man
beim Ranzen packen vorgehen sollte, wie man beim Zimmer aufräumen strategisch agieren kann und wie man eine ‘große’ Hausaufgabe beginnen kann. Schwieriger ist es, abwarten und verlieren können zu trainieren.
Bei diesen Kindern sollte nicht nur das positive Ergebnis gelobt werden, sondern auch die Anstrengungsbereitschaft. Bei einer ‘versiebten’ Klassenarbeit ist vielleicht trotzdem vorher
viel gelernt worden. Lob stärkt das Selbstvertrauen, das aufgrund einer Serie von Mißerfolgen oft angekratzt ist. Zu überschwengliches Lob ist dagegen zu vermeiden, weil den Kindern eine realistische
Selbsteinschätzung ohnehin schwer fällt. Veränderungen müssen stets rechtzeitig angekündigt
werden, Hypies brauchen Zeit um sich darauf einzustellen und reagieren extrem verstimmt auf plötzliche Änderungen. Auch die Schule
sollte durch Information seitens der Eltern einbezogen werden. Es beginnt bei der Sitzposition: Nach Möglichkeit vorne, in der Nähe des Lehrers, alleine oder neben einem ruhigen Mitschüler und nicht am Fenster. Nur das für die aktuelle Stunde benötigte darf jeweils auf dem Tisch liegen. Der Lehrer kann dem Kind Hinweise geben, wenn es wegdriftet, er kann Zeitablaufhinweise geben, er kann checken, ob die Aufgabenstellung richtig verstanden wurde und vieles mehr. Ein informierter Lehrer weiß sich auch bei impulsiven Ausbrüchen des ADHS-Kindes besser zu helfen, er nimmt sie nicht persönlich, vermeidet Auseinandersetzungen bei hohem Erregungsniveau usw.
Es ist durchaus nicht untypisch, wenn Kinder, die weder informiert noch behandelt werden, angesichts ihrer vielen Mißerfolge zu dem Schluß kommen, sie seien faul, dumm oder verrückt, wie
es im Buchtitel der amerikanischen Autorinnen Kelly und Ramundo heißt. Das Kind sollte daher je nach Alter angemessen über das Krankheitsbild informiert
sein. Es hilft ihm, wenn es weiß, daß es spezifische Probleme zum Beispiel bei der Konzentration hat, gegen die es sogar das eine oder andere Mittel gibt. Information ist auch bei der
Anwendung des Medikaments wichtig, an dessen Einnahme vielfach die Eltern erinnern müssen, weil das Kind selbst nicht daran denken kann. Vor allem in der Pubertät kann es vorkommen, daß Jugendliche das
Medikament sogar ablehnen. Hier kann es hilfreich sein, dem Jugendlichen genau die Wirkungsweise und Vorteile des Medikaments zu erklären. Frau Neuhaus kann zu diesem Thema spezielle Bücher nennen, die sich
gezielt an Jugendliche wenden. Buchtip: Wenn ich doch nur aufmerksam sein
könnte ! Eltern brauchen auch Durchhaltevermögen, denn mit eigenem Lernen aus Einsicht ist oft erst im Alter zwischen 18
und 24 Jahren zu rechnen. Bis es soweit ist, gibt es immer wieder Höhen und Tiefen, ein wellenförmiger Verlauf mit besseren und schlechteren Zeiten ist typisch für ADHS. Tip deshalb: Die guten Zeiten
genießen (und die weniger guten durchbeißen, es kommen wieder bessere) !
Die positiven Eigenschaften des ADHS-Kindes und einige prominente Beispiele Last but not least sollten wir nicht
vergessen, daß ADHS-ler auch eine Menge positiver Eigenschaften haben wie
die spontane Hilfsbereitschaft und Fürsorglichkeit
die interessierte Offenheit
das zupackende Schaffen
die ausgeprägte Tier- und Naturliebe
der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn
oft: besonderer Charme
die Fähigkeit, verzeihen zu können und nicht nachtragend zu sein
die Zähigkeit (Stehaufmännchen-Phänomen)
implizite Gedächtnisfunktionen mit der Fähigkeit, später rasch den Überblick zu haben und blitzschnell richtig reagieren zu können
häufig künstlerische oder andere besondere Begabungen
Im Rahmen eines sogenannten ressourcenorientierten
Ansatzes gilt es, die individuellen Leistungsinseln der Kompetenz eines Kindes herauszufinden und zu verstärken. Das ist nicht nur zur gezielten Förderung der Kinder wichtig, sondern vor allem auch, um ihr häufig angekratztes Selbstvertrauen wieder aufzubauen.
Haben ADHS-Kinder die Schulzeit erst hinter sich gelassen, gelingt es vielen von ihnen, sich besser nach ihren individuellen Neigungen zu verwirklichen. Da sie in der Regel ehrgeizig sind,
bringen sie es dann nicht selten zu großen Leistungen. Von vielen berühmte Persönlichkeiten vermutet man oder weiß sogar, daß sie ADHS-ler sind, unter ihnen Einstein, Roosevelt, Dustin Hoffmann, Jack
Nicholsen und viele andere. Es ist kein leichter Weg, der vor uns Eltern liegt, aber ein aussichtsreicher.
Dieser Artikel ist erschienen im Jahrbuch 1999 des
Bundesverbands Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität, Forchheim. zurück zum Seitenanfang |