Startseite
Übersicht
Über ADHS
Schule
Kinder
Buchtipp
Frankfurt
Erwachsene
Bücher
Links
Elterngruppen
Häufige Fragen
Veranstaltungen
Forum

seit 28.12.1999

Bestellen bei Amazon
ADS - Hyperaktivität

Gesprächsforum

Gästebuch

Aktuelle Termine Frankfurt

Symposium in Frankfurt

Einladung zur Elterngruppe

Chronik der Elterngruppe

Das Buch

 

98/99

99/00

       

CHRONIK der Elterngruppe
Mai 1999 bis April 2000
 

Das vergangene Jahr war für unsere Gruppe sehr ereignisreich.

Die monatlich stattfindenden Gruppenabende sind gut besucht. Es hat sich ein fester Kern von Teilnehmern gebildet, der die Gruppe regelmäßig besucht. Dieser wird umrahmt von Eltern, die noch neu in der Thematik sind. So kommt ein reger Austausch von erfahrenen und neuen Eltern zustande. Neben den Gruppenabenden nimmt die telefonische Beratung der Eltern einen breiten Raum ein. Nachdem sich die Gespräche auf täglich mehrere Stunden beliefen und kaum noch Zeit für die eigene Familie blieb, trennten wir das Beratungstelefon von dem privaten Anschluss und führten feste Sprechzeiten ein.

In den Gesprächen mit anderen Eltern wurden sehr unterschiedliche Fragen an uns herangetragen. Wir legten deshalb großen Wert auf eigene Fortbildung und besuchten hierzu viele Fachvorträge und Symposien um Eltern fundiert antworten zu können. Hierbei möchte ich Frau Brockmann von der RG Eschede ganz herzlich für die Ausrichtung des Symposiums in Celle danken. Oft erscheint die Arbeit vor Ort sehr mühsam, deshalb ist es sehr ermutigend zu sehen, wie viele Menschen sich für Kinder und Jugendliche mit ADS interessieren und engagieren.

Ansprechpartner für Eltern zu sein ist uns sehr wichtig. Daneben betrachten wir es als unsere Aufgabe für Aufklärung und Information der Öffentlichkeit beizutragen. Deshalb verschickten wir Anfang des Jahres wieder einen Informationsrundbrief an alle Kinderärzte hier in Frankfurt. Diesmal erweiterten wir den Adressatenkreis um die niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiater. Im Laufe des Jahres nahmen wir Kontakt zu den unterschiedlichsten Stellen auf, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, um uns dort bekannt zu machen und unsere Arbeit vorzustellen. Wir wurden immer sehr freundlich und mit offenem Interesse empfangen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es leider auch. In Frankfurt gibt es ein Zentrum, das Elterngruppen gegen Gebühr anbietet. Da sich das nicht alle Eltern auf Dauer leisten können, bieten wir bewusst eine kostenfreie Elterngruppe an.

Während einiger Veranstaltungen zum Thema ADS/Hyperaktivität konnten wir einen Informationsstand aufbauen, an dem sich immer interessante Gespräche ergeben. Besonders beeindruckend war dies während der Jahrestagung der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Hessen im Oktober 1999, an der gut 100 MitarbeiterInnen von Erziehungsberatungsstellen im Wesentlichen aus Frankfurt teilnahmen. Eine Psychologin hielt einen Vortrag über ADS als neurobiologische Störung und erklärte das Therapiekonzept. Ein Erziehungsberater stellte ADS als Folge von Bindungsstörungen und Erziehungsdefiziten dar. Weitaus die größere Zahl der Anwesenden stimmte dem Vortrag dieses Referenten zu. Auf meine Frage nach kurzzeitigen und langfristigen Therapieerfolgen an diesen Referenten antwortete er, dass die Erfolge nur sehr gering bis kaum sichtbar seien. Dies läge an der mangelnden Bereitschaft der Eltern mitzuarbeiten. In den Pausen dieser ganztägigen Veranstaltung konnten wir aber sehr viel Infomaterial abgeben.

Und nun das Positive: Eine Mutter erzählte während des letzten Elterntreffens, dass ihr der Erziehungsberater, bei dem sie schon seit einigen Jahren in Beratung ist, vor kurzem Kopien unseres Infomaterials gegeben habe mit der Bemerkung, er sei zwar immer noch skeptisch, aber sie solle sich doch mal bei der Elterngruppe informieren.

Im Nachgang zu dieser Veranstaltung hatte ich die Gelegenheit einen Artikel für die Verbandszeitschrift der LAG Erziehungsberatung Hessen zu schreiben.

Für Februar hatten wir den ersten Vortrag organisiert. Wir rechneten mit ca. 30 Interessenten und hatten einen entsprechenden Raum. Die hohe Zahl der Nachfragen überraschte und überrumpelte uns. Was tun? Innerhalb von einer Woche organisierten wir einen größeren Raum (Hektik, schwitz). Es waren fast 80 ZuhörerInnen da, ein guter Anfang. Die Presse hatten wir noch nicht eingeladen. Hier müssen wir die Spielregeln erst noch lernen.

Nun zu den zwei "Großprojekten" unserer Gruppe:

Im Oktober 1999 veröffentlichte unsere Gruppe das Buch: "Wenn ich doch nur aufmerksam könnte !" In diesem Buch berichtet ein 14 jähriger Jugendlicher über 'sein' ADS und erklärt in seinen Worten was ADS ist, wie es sich auswirkt und welche Ursachen es hat. Entstanden ist der Text ursprünglich als Jahresarbeit für die Schule und wurde dort als zweitbeste Arbeit der Schule prämiert. Von einer Kinder- und Jugendtherapeutin kam die Idee der Veröffentlichung. So gaben wir dem Buch ein für Jugendliche attraktives Layout, kümmerten uns um Druckereien. Im Oktober war es dann nach langer, intensiver Arbeit fertig. Über die vielen positiven Kritiken und Rückmeldungen von Ärzten, Therapeuten und Eltern freuen wir uns sehr. Um den Preis niedrig zu halten, ist das Buch nicht über den Buchhandel erhältlich.

Angeregt durch den Vortrag von Dr. Droll anlässlich des Gruppenleiterseminars im Oktober 99, in dem er u.a. erwähnte, dass im Internet viele wertvolle Informationen zu ADS zu finden sind, aber auch viel Zweifelhaftes, begannen wir uns mit diesem Thema zu beschäftigen. Wir beschafften uns einen Internetzugang, lernten die notwendigen Arbeitsschritte und stießen auf sehr quirlige ADS'ler. Viele freundliche und hilfsbereite Menschen tummeln sich dort, die uns halfen die ersten Schritte zu gehen. Ende Dezember starteten wir mit einer eigenen Homepage unserer Elterngruppe. Unser Ziel ist es, Eltern, die gerade beginnen sich mit ADS zu befassen Informationen zu geben, und LehrerInnen wie ErzieherInnen eine erste Möglichkeit sich mit diesem Thema zu befassen, anzubieten.

Unsere Hauptzielgruppe sind jedoch die Eltern. Es soll eine von Eltern für Eltern gestaltete Seite sein. Herzstück ist der bundesweite Veranstaltungskalender und das Verzeichnis der Elterngruppen. Wir wollen den Eltern helfen Ansprechpartner vor Ort zu finden und Informationsmöglichkeiten in räumlicher Nähe wahrzunehmen.

Beide Anliegen entspringen eigener Erfahrungen. Wir erhielten viele Anrufe aus dem ganzen Bundesgebiet, von Eltern, die auf Verdacht die Selbsthilfekontaktstelle oder die kassenärztliche Vereinigung angerufen hatten und von dort unsere Nummer erhielten. Sie waren auf der Suche nach Ansprechpartnern und überlegten sich, dass man sich in einer Großstadt wie Frankfurt doch auskennen müsse. Wir vermittelten die Eltern an die entsprechenden Regionalgruppen weiter. So wurde die Idee für das Selbsthilfegruppenverzeichnis auf der Homepage geboren.

Ähnlich erging es uns mit Veranstaltungen. Wir hörten durch Zufall von einem Vortrag, der uns interessierte und fuhren teilweise abends noch 100 km weit, um diesen Vortrag hören zu können. Einige Zeit später fand der gleiche Vortrag bei uns in der Nähe statt, das wussten wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. So wie uns erging es auch anderen Eltern.

Deshalb haben wir eine große Bitte an alle Gruppenleiter/innen und andere Interessierte:

Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie uns die Veranstaltungen, die Sie selbst organisieren oder von denen Sie erfahren, mitteilten. Profitieren würden die Eltern, die nun Veranstaltungen in ihrer Region besuchen können.

Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Gruppe auf der Internetseite kurz vorstellen. Wir freuen uns auch, wenn Sie dort Erfahrungsberichte, Hintergrundberichte, Presseartikel, Schmunzelberichte aus dem Hypiealltag u.ä. veröffentlichen.

Themen an denen wir gerade arbeiten sind: ADS und Hochbegabung, Kinder mit ADS in Kindergarten und Schule, Tipps von LehrerInnen für LehrerInnen, Tipps von Eltern für Eltern. Außerdem wollen wir für ADS-Kinder typische Formulierungen in Zeugnissen (anonym) veröffentlichen um LehrerInnen zu sensibilisieren.

Das Interesse und Informationsbedürfnis ist hoch. Es wäre schön, wenn die Eltern möglichst viele Informationen auf der Homepage finden könnten. Zu zweit ist das kaum zu leisten, deshalb freuen wir uns auf die Infos, die wir von Ihnen erhalten. Danke.

                                                                    Dagmar Dietz

zurück zum Seitenanfang

 

Liebe Besucher/innen dieser Internetseite,

wenn Ihnen unsere Seite gefällt, und Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, dann können Sie Ihre Bücher, die Sie ohnehin kaufen wollen, über den Amazon.de-Link oder die Einzellinks im Literaturverzeichnis bestellen. Danke.