Häufig klagen
Lehrerinnen und Lehrer über Kinder, die sie allzu viel Kraft und Nerven kosten, die unverhältnismäßig viel Energie abziehen und ihnen das Gefühl vermitteln, ständig pädagogisch zu versagen. Diese Kinder und
Jugendlichen können alle Anstrengungen für einen wohlaufgebauten und effektiven Unterricht zunichte machen. Verhaltensauffällig lautet die Diagnose, mit der diese Kinder und Jugendlichen belegt werden,
oder hyperaktiv, unkonzentriert, aufmerksamkeitsgestört. Häufig werden sie aber auch ganz einfach als unerzogen und aggressiv abgetan. Nicht selten werden allgemein schwierige Schüler und hyperaktive Schüler
nicht unterschieden.
Diese Vermengung wird jedoch der Problematik nicht gerecht und ist vor allem nicht geeignet, den Kindern, ihren Eltern und Lehrkräften wirksam zu helfen.
Wie auch immer sich
Pädagogen dem Problem nähern, der Umgang mit diesen Kindern ist sehr arbeitsintensiv. Lehrerinnen und Lehrer brauchen Unterstützung für diese Arbeit. Aus diesem Grund hat das Staatsinstitut für
Schulpädagogik und Bildungsforschung München in Zusammenarbeit mit der Stadtbildstelle Nürnberg zunächst ein Video* für die Lehrerfortbildung erarbeitet, das jetzt durch eine Handreichung ergänzt wird.
Die Handreichung soll einen Beitrag dazu leisten, aufmerksamkeitsgestörten, hyperaktiven Kindern und Jugendlichen in der Schule gerecht zu werden. Sie soll Informationen, die es in Hülle und Fülle gibt, für
die Schule aufbereiten, Lehrerinnen und Lehrer auf der Suche nach praktizierbaren Unterrichtsprinzipien unterstützen und die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern, Ärzten und Therapeuten
betonen.
Das Buch setzt sich aus drei Teilen zusammen, die nicht notwendigerweise zusammenhängend gelesen werden müssen.
Im ersten Teil - “Was ist das eigentlich:
Aufmerksamkeitsstörungen/Hyperaktivität?” - werden gängige Fragen im Zusammenhang mit Hyperaktivität relativ knapp beantwortet. Damit erlangt man einen allgemeinen Überblick über die Thematik.
Der
zweite Teil ist der Situation der Schule gewidmet. Hier findet man Hinweise, wie man in der Schule sowohl aufmerksamkeitsgestörten, hyperaktiven Kindern und Jugendlichen als auch der gesamten Klasse und sich
selbst als Lehrer gerecht werden kann. Es handelt sich um eine Sammlung erprobter pädagogischer Maßnahmen, die selbstverständlich persönlichen Konzepten und der persönlichen Situation angepasst werden
müssen. Sie sind nicht als Rezepte zu verstehen, sondern als Denkanstoß.
Wer sich weiter mit mit Fragen zum Krankheitsbild, zur Diagnostik und Therapie auseinander setzen möchte, wird auf den dritten Teil
verwiesen.
Im Anhang finden Sie Hinweise zu weiterführender Literatur und Adressen, die für die Arbeit mit aufmerksamkeitsgestörten, hyperaktiven Kindern und Jugendlichen von Bedeutung sein können.
Die
Handreichungen sind als Gemeinschaftswerk entstanden, deshalb werden die Autorinnen und der Autor auch nicht je einem Kapitel zugeordnet. Dennoch liegt die Zuständigkeit für fachspezifische Aussagen
verständlicherweise bei den Fachfrauen bzw. dem Fachmann.
Zielgruppe der Handreichung sind Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten sowie Studierende für die Lehrämter.
Das Staatsinstitut, die Autoren
der Handreichung und die Hersteller des Videos bedanken sich an dieser Stelle bei den Eltern und Lehrerinnen, die es trotz großer persönlicher Belastung ermöglicht haben, dass das Video gedreht werden
konnte. Der Dank gilt darüber hinaus all jenen Lehrerinnen und Lehrern, aus deren Schulalltag die verschiedenen Beispiele stammen.
Die Handreichung ist Alex, Emanuel, Franz und Sascha gewidmet,
stellvertretend für alle Kinder, die gleichartige Probleme haben, wie sie uns in besagtem Video drastisch vor Augen geführt werden.
Elke Frey-Flügge
Redaktion:
Dr. Elke Frey-Flügge
Referentin, Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München
Autorenteam:
Margarete Imhof
Dipl.-Psychologin, Universität Frankfurt
Klaus Skrodzki
Facharzt für Kinderheilkunde, Forchheim
Marianne Urzinger
Sonderschullehrerin, Erding